Gerber Wohnhaus

Mitten in der historischen Oberstadt befindet sich ein einzigartiges Zeugnis traditioneller Handwerkskultur: das Gerber Wohnhaus, ein Kleinod aus vergangenen Jahrhunderten.

Das Gerber Wohnhaus aus dem 15./16. Jhdt. zählt zu den ältesten noch erhaltenden Fachwerkgebäuden der Stadt Burg. Tragende Pfeiler, die auf der Hofseite des Gebäudes in der Bauweise eines Hochständerhauses vom Boden bis unter das Dach ohne Unterbrechung reichen, kennzeichnen die Bauweise.

 

Im Gerber Wohnhaus finden verschiedene Wechselende und thematisch vielfältige Sonderausstellungen statt. Besucherinnen und Besucher können dabei unter anderem entdecken:

  • die Geschichte der Burger Mühlen
  • die Garnisonsgeschichte der Stadt von 1713 bis heute
  • die historische "Gute Stube"
  • ein beeindruckendes Stadtpanorama früherer Zeit
  • historische Reliquien 
  • spannende Ausgrabungsfunde, die von längst vergangenen Zeiten berichten
  • sowie weitere Aspekte der reichen Stadtgeschichte von Burg

So entsteht im ehemaligen Gerber Wohnhaus ein lebendiger Rundgang durch viele Facetten der Vergangenheit, der sowohl für Einheimische als auch für Gäste immer wieder Neues bereithält.

 

Ein ganz besonderes Zeugnis findet sich am Gerber Wohnhaus: der Hochwassernagel von 1595. Er markiert die Höhe, bis zu der das Wasser bei der großen Flutkatastrophe jenes Jahres in der Oberstadt stand.

Doch warum konnte das Wasser so hoch steigen? Ursache war eine außergewöhnliche Naturkatastrophe: Nach lang anhaltenden Regenfällen schwoll die Ihle stark an, die Fluten überschwemmten weite Teile der Stadt.

Damals verfügte Burg nicht nur über eine äußere Stadtmauer, sondern auch über eine zweite, innere Stadtmauer, die als zusätzlicher Schutzring diente. Bei der Flut von 1595 hielt diese Mauer dem Druck nicht stand- an einer Stelle brach sie auf. Durch diesen Durchbruch schossen die Wassermassen in die Oberstadt und erreichten dort eine bis dahin unvorstellbare Höhe.